Arbeitsüberlastung ist nicht immer Grund für Überstunden

Berlin - Schieben Mitarbeiter ständig Überstunden, liegt das nicht immer an einer hohen Arbeitsbelastung. Manche beuten sich selbst aus, erklärt Prof. Andreas Krause in der Zeitschrift «Psychologie Heute». Er beobachtet ein Phänomen, das er «interessierte Selbstgefährdung» nennt. Beschäftigte leisten freiwillig mehr als die Firma verlangt. Sie wollen sich dadurch dafür revanchieren, dass sie zum Beispiel größere Freiheiten bei der Arbeitsplatzgestaltung genießen.

 

Anzeichen für eine «interessierte Selbstgefährdung» sind zum Beispiel, wenn Mitarbeiter trotz Krankheit zur Arbeit kommen, länger als elf oder zwölf Stunden arbeiten, ohne dass das angeordnet ist oder sie auf die Mittagspause verzichten. Wer solche Verhaltensweisen von sich kennt, sollte prüfen: Gibt es typische Situationen, in denen man sich so verhält? Was sind die Vorteile für einen selbst? Was sind die Nachteile? Nach der Kosten-Nutzen-Analyse überlegt man dann am besten, ob man das selbstgefährdende Verhalten reduzieren möchte und was man bereit ist, dafür in Kauf zu nehmen.