Was Arbeitszeugnisse wirklich sagen

Sechs verschlüsselte Phrasen und ihre wahre Bedeutung
Was Arbeitszeugnisse wirklich sagen
Adobe Stock: Eccolo

Arbeitszeugnisse sind eine Welt für sich. Auf den ersten Blick klingt vieles freundlich – doch hinter höflichen Formulierungen verbergen sich oft klare Bewertungen. Der Grund: Arbeitgeber müssen ein wohlwollendes Zeugnis ausstellen, dürfen aber gleichzeitig die Wahrheit nicht verschweigen. Daraus hat sich eine Art Geheimsprache entwickelt, die jeder Personalverantwortliche entschlüsseln kann.

 

Die Zeugnissprache verstehen

Wer ein Arbeitszeugnis liest, sollte wissen, wie die typischen Codes funktionieren. „Stets zur vollsten Zufriedenheit“ entspricht der Note sehr gut, „zur vollen Zufriedenheit“ gut, „zur Zufriedenheit“ befriedigend, „im Großen und Ganzen zur Zufriedenheit“ ausreichend – und „bemühte sich, die Aufgaben zu erfüllen“ ist schon ein deutliches Warnsignal.

 

Sechs Phrasen, die Sie kennen sollten

Der Beitrag stellt sechs typische Formulierungen vor und übersetzt sie in Klartext. Wer im Zeugnis liest, dass jemand „durch seine Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas beitrug“, sollte hellhörig werden – das deutet oft auf Alkoholprobleme hin. „Zeigte für die Belange der Belegschaft Verständnis“ kann Hinweis auf gewerkschaftliches Engagement sein, das dem Arbeitgeber nicht passt. „Erledigte alle Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse“ ohne Erwähnung des Erfolgs bedeutet: Die Person hat sich angestrengt, aber nichts erreicht.

 

Was Beschäftigte tun sollten

Wer ein Zeugnis erhält, sollte es genau prüfen – am besten mit Hilfe eines Profis oder einer Checkliste. Bei missverständlichen Formulierungen besteht Anspruch auf Korrektur. Im Streitfall kann das Arbeitsgericht über die Formulierung entscheiden.

 

 

Text: Christoph Jänsch · Quelle: dpa

 

 

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