Schornsteinfeger – Glücksbringer mit Tradition

Warum der Mann im schwarzen Anzug seit Jahrhunderten als Bote des Glücks gilt
Schornsteinfeger – Glücksbringer mit Tradition
Bild: Jobwoche

Der Schornsteinfeger gehört zu den wenigen Berufen, die in der öffentlichen Wahrnehmung mit Glück verbunden werden. Wer ihm auf der Straße begegnet und schnell einen seiner blanken Knöpfe berühren kann, hat – so der Volksglaube – einen Glükstag verdient. Doch woher stammt diese Tradition?

 

Vom lebensrettenden Handwerk zum Glükssymbol

Die Wurzeln reichen weit zurück. In Zeiten, als Häuser noch überwiegend aus Holz gebaut waren und mit offenen Feuerstellen geheizt wurde, stellten verrußte Schornsteine eine reale Gefahr dar: Schornsteinbrände konnten ganze Häuser, ganze Stadtviertel zerstören. Der Schornsteinfeger, der die Kamine regelmäßig reinigte, wendete diese Gefahr ab – er bewahrte die Familie vor Brand, Erstickung und Verlust des Hab und Guts. Wer ihm begegnete, durfte sich also wirklich glücklich schätzen.

 

Warum ein Knopf den Unterschied macht

Das Berühren der Knöpfe an seiner Berufskleidung verstärkt das Glück, glaubt man der Überlieferung. Heute hat der Beruf an Romantik wenig eingebüßt, auch wenn moderne Heizungstechnik im Zentrum der Arbeit steht: Der Schornsteinfeger – heute oft Bezirksschornsteinfegermeister oder Schornsteinfegerin – kontrolliert Heizungsanlagen, misst Abgaswerte, prüft Brandschutz und berät zu energieeffizientem Heizen. Der schwarze Anzug, Zylinder und Kehrleine sind geblieben – ebenso wie der Status als Glücksbringer, gerade rund um den Jahreswechsel und auf Hochzeiten.

 

 

Text: Michael Kudal

 

 

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