Mobbing am Arbeitsplatz

Wie Betroffene Schikanen erkennen, dokumentieren und sich erfolgreich wehren
Mobbing am Arbeitsplatz
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Mobbing am Arbeitsplatz ist ein ernstes Problem mit oft schleichendem Beginn: ständige Kritik, Ausgrenzung, abwertende Bemerkungen, absichtlich falsche Informationen oder gezielt gestreute Gerüchte. Was harmlos beginnt, kann sich zu massiver psychischer Belastung ausweiten – mit Folgen bis hin zur Erkrankung.

 

Was Mobbing wirklich ist

Der Beitrag definiert Mobbing als gezielte, wiederholte und absichtliche Herabsetzung über einen längeren Zeitraum. Das Spektrum reicht von verbalen Angriffen über soziale Isolation und Sabotage von Arbeitsergebnissen bis hin zu offener Bedrohung oder Gewalt. Wichtig: Ein einmaliger Konflikt, ein lautes Wort oder schlichte Antipathie zwischen Kollegen sind noch kein Mobbing. Es geht um systematisches, andauerndes Vorgehen gegen eine bestimmte Person.

 

Protokollieren Sie alles

Betroffene sollten zunächst Arbeitsvertrag und ggf. Betriebsvereinbarungen auf Mobbing-Klauseln prüfen. Anschließend ist ein detailliertes Mobbing-Tagebuch der wichtigste Schritt: Datum, Uhrzeit, Vorfall, Beteiligte, Zeugen und eigene Reaktion sollten lückenlos festgehalten werden. Diese Aufzeichnungen sind später entscheidende Beweise – sei es im Personalgespräch, im Verfahren vor dem Betriebsrat oder bei einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung.

 

Reden Sie mit dem Chef

Häufig hilft das sachliche Gespräch mit dem Vorgesetzten. Viele Führungskräfte unterschätzen, was hinter ihrem Rücken in der Abteilung passiert. Wer offen, konkret und mit Beispielen aus dem Tagebuch berichtet, hat gute Chancen, dass die Situation ernst genommen wird. Bringt das Gespräch nichts, ist der Betriebsrat die nächste Anlaufstelle.

 

Suchen Sie sich Verbündete und Hilfe

Niemand muss Mobbing allein durchstehen. Vertrauenspersonen im Team, Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung, Gewerkschaft, Mobbingberatungsstellen, Hausarzt, Psychologen oder Fachanwältinnen und Fachanwälte für Arbeitsrecht können wirksam unterstützen. In schweren Fällen kann der Schritt zum Anwalt unumgänglich sein – etwa wenn der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommt oder Schadensersatzansprüche im Raum stehen.

 

Wenn nichts mehr hilft

In manchen Fällen ist ein Arbeitsplatzwechsel die gesündeste Lösung – auch wenn es schwerfällt. Die eigene Gesundheit hat Vorrang vor dem Festhalten an einer untragbar gewordenen Stelle.

 

 

Text: Michael Kudal

 

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