Eine typische Szene aus dem Berufsalltag: Im Teammeeting läuft alles glatt, dann fällt eine spitze Bemerkung – und plötzlich weint eine Kollegin. Alle schauen weg, niemand sagt etwas, das Meeting endet ratlos. Oder es kommt zum Wutausbruch: Die Stimme wird laut, Türen knallen, alle erstarren. Wie reagiert man in solchen Situationen richtig?
Was nicht hilft
Schweigen, Beschwichtigen („Jetzt beruhig dich mal“), Abwiegeln oder schnelles Wegmoderieren lösen das Problem nicht – sie verstärken es eher. Betroffene fühlen sich übergangen, das Team bleibt mit unausgesprochener Spannung zurück, und beim nächsten Meeting hängt das ungeklärte Thema wie eine Wolke über dem Tisch.
Was wirklich weiterhilft
Empfohlen wird offene Kommunikation und Empathie. Bei Tränen lohnt es sich, ruhig anzusprechen, was passiert ist, eine kurze Pause vorzuschlagen oder das Gespräch unter vier Augen weiterzuführen. Bei einem Wutausbruch hilft sachliches Benennen und Unterbrechen, etwa mit einer Formulierung wie „Ich empfinde das gerade als unangenehm, ich schlage eine kurze Pause vor.“ Wenn eine Person wiederholt emotional reagiert, sollten Führungskräfte überlegen, wie sie unterstützen können – ohne in eine Therapeutenrolle zu rutschen. Wichtig ist in jedem Fall, die Situation später noch einmal aufzugreifen und nachzubesprechen.
Emotionen sind nicht per se schlecht
Emotionen sind weder durchweg gut noch durchweg schlecht. Wut kann zerstörisch wirken, aber auch dabei helfen, Grenzen klar zu ziehen. Tränen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern oft ein Hinweis darauf, dass etwas schiefläuft. Dieses Verständnis erleichtert es allen Beteiligten, mit emotionalen Momenten im Job konstruktiv umzugehen.
Text: Anke Dankers
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